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Symphatisch: Christoph Sieber geht auf Tuchfühlung im Kulturschuppen

01.03.2011 19:30 von Corinna Jung

Meckenbeuren (sz) Den Lachmessepreis „Leipziger Löwenzahn“ bekommt der 40-Jährige für sein Programm „Das gönn ich Euch“, verliehen, mit dem er am Sonntag die Gäste am Gleis 1 erobert hat. Und das im Sturm, mit urkomischer Mimik und ganzem Körpereinsatz, beim Hip Hop wie beim Wutausbruch, mit ganz viel Witz und Ironie, in Sachen Politik und Menschlichkeit.

 

Und bei den Schwaben fing er an, wo das „Nicht schlecht“ im Hexenkessel der Stimmungskanonen schon überschwängliches Lob bedeute. Gleich eins auf die Mütze gab es also für die Gäste, die fortan sehr wachsam waren, wenn er in ihre Nähe kam. Selbst dann, wenn er die Riesentafel MILKA für 50 Cent unters Volk brachte und Literatur gleich komplett verschenkte. Den von Guttenberg nahm er sich vor, schickte ihn als den Messias des Deutschen Volkes übers Wasser zu Obama, meldete Westerwelle im Dschungelcamp an und ließ Kachelmann sich ein Zimmer teilen mit Alice Schwarzer.

 

„In der Katastrophe liegt das wahre Glück „ behauptete er, „das war schon bei Romeo und Julia so. Wen sonst hätte diese Geschichte nach fünf Minuten noch interessiert“. „Kein Glück ohne Bildung!“ lautete die nächste Parole, womit er sich dem Leid der Lehrer annahm, die vor Klassen stehen, wo die eine Hälfte kein Deutsch verstehe und die andere aus dem Ausland kommt. In alle Bereiche hat sich Sieber vorgewagt und Tragisches ins Komische verpackt, so dass es grad schon wieder zum Lachen war. So zum Lachen, dass mancher lauthals losprustete, bei seinen Ausführungen voller Ironie, die ihn die Augen rollen ließen, wenn er den Wutausbruch simulierte oder er sich auf dem Boden wälzte im Hip Hop Stil, begleitet von Xavier Naidoo, „dem Stimmbruch Gottes“.

 

„Den Urschrei wider aller Ungerechtigkeiten und allem Unsinn probte er mit seinem Publikum und strapazierte die Lachmuskeln aller im Saal. „Vielen Dank Meckenbeuren“, verneigte er sich vor ihnen und ließ sich nicht lange um Zugaben bitten. Die Lösung für alle Widrigkeiten gab es so zum Schluss: Rollt Euer Leben einfach von hinten auf. Die Zeit als Rentner ist nicht lang, hin zur Arbeitswelt und zur Kindheit, bis in Mutters Bauch. Dort ist es wohlig warm und schließlich endet alles wo? Im Orgasmus. Was will man mehr? Kommen Sie wann sie wollen, mit wem und gut nach Hause“.

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